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Start der neuen Forschungsplattform FLP2 in Ottobrunn/Taufkirchen

Auf einer neuen Forschungsplattform in Ottobrunn/Taufkirchen können Schülerinnen und Schüler und Studierende Satelliten simulieren und mit einer Bodenstationssoftware steuern. Die Plattform ist ein Gemeinschaftsprojekt von Airbus und der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) der Technischen Universität München (TUM).

Die neue Satelliten-Forschungsplattform in Ottobrunn/Taufkirchen./The new satellite research platform in Ottobrunn/Taufkirchen. (Bild/Image: LRG)


Anfang Oktober haben Airbus und die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie der TUM die neue Simulationsanlage in Ottobrunn/Taufkirchen in Betrieb genommen. Auf der Testplattform können Schülerinnen und Schüler und Studierende Satelliten für den niederen Orbit (LEO; Low Earth Orbit) simulieren und testen. Die Satelliten basieren auf der Flexible LEO Platform (FLP2) von Airbus und lassen sich mit unterschiedlichen Nutzlasten ausrüsten, darunter Kameras, Sensoren oder Kommunikationsmodule.

Die Anlage stellt das Prozessorboard des Satellitenrechners zur Verfügung; der Rest des Satelliten und seine Bewegung im Orbit werden simuliert. "Im Rahmen eines späteren Entwicklungsprogramms, etwa des bayrischen Raumfahrtprogramms, lassen sich dann immer mehr Hardwarekomponenten ergänzen, bis der fertige, echte Satellit auf dem Tisch steht", erklärt Jens Eickhoff, Future Programs Airbus Defence and Space. Adaptionen der Flugsoftware, Hardware- und Software-Tests sowie die Entwicklung der Steuerprozeduren vom Boden sind ebenfalls möglich. Damit eignet sich die FLP2-Anlage insbesondere für die multidisziplinäre Ausbildung der Satelliteningenieurinnen und -ingenieure der Zukunft.

"Mit der FLP2-Testbench haben wir einen neuen Meilenstein in unserer Zusammenarbeit mit der TUM erreicht und unsere flexibelste Architektur für Satelliten mit unterschiedlichsten Nutzlasten bereitgestellt", sagt Eickhoff. Ulrich Walter, Professor für Raumfahrttechnik an der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie, ergänzt: "Die Plattform ist zudem ein Baustein des Leuchtturmprojekts Smart Space, das im Rahmen der bayerischen Hightech Agenda ein Beitrag zum Luft- und Raumfahrtprogramm der bayerischen Staatsregierung sein soll. Konkret fordert die Staatsregierung die Raumfahrtindustrie auf, Vorschläge zur Bewältigung konkreter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen zu entwickeln." Mit Smart Space soll ein bayerisches Raumfahrt-Ökosystem entstehen, das Satelliten-Plattformen, Missionen und Services umfasst.

Die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie plant bereits im laufenden Wintersemester, die FLP2-Plattform in die Lehre einzubeziehen. So soll es ein Blockseminar "Satellitenentwurf" geben, in dem Grundlagen der Satellitenentwicklung vermittelt werden. Auch Studienarbeiten an der Testplattform sind künftig geplant.

Die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) wurde 2018 als 15. Fakultät der Technischen Universität München gegründet. Von neuen Transportsystemen über Kommunikations- und Satellitentechnik bis zur Beobachtung und Vermessung des Planeten: Im Zusammenspiel mit den geodätischen Disziplinen wird die Luft- und Raumfahrt zu einer "Mission Erde". Mit ihren derzeit 22 Professuren und Lehrstühlen gehört die Fakultät schon jetzt international zum Spitzenfeld: Das Shanghai Subject Ranking sieht sie in der Geodäsie/Fernerkundung weltweit auf Platz 8, in der Luft- und Raumfahrt auf Platz 16 – die LRG ist damit deutschlandweit unangefochten führend. Durch gezielte fachliche Verstärkungen sowie ausgedehnte Investitionen an ihren neuen Standorten in Taufkirchen/Ottobrunn und Oberpfaffenhofen wird diese Führungsrolle in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und die LRG zur größten Fakultät ihrer Art in Europa werden.