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Ein einzigartiges Instrument: Der Ringlaser ROMY

Westlich von München steht ein weltweit einzigartiges Beobachtungsgerät: Mit dem Ringlaser ROMY (Rotational Motions in Seismology) lassen sich die Rotationsbewegungen der Erde weit genauer und detaillierter vermessen als bisher. Nun berichtet eine Forschergruppe von den ersten Präzisionsmessungen des Ringlasers. Teil dieser Forschergruppe ist Prof. Ulrich Schreiber, außerplanmäßiger Professor an der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie.

Präzisionsarbeit: Der Ringlaser in Fürstenfeldbruck vermisst die Erdrotation. (Bild: Geophysikalisches Observatorium/LMU)


ROMY, so schreibt das Wissenschaftsmagazin "Science", sei das "weltweit raffinierteste" Gerät seiner Art. Das hunderte Kubikmeter große Präzisionsgerät, das im Boden versenkt wurde, vermisst die Rotationsbewegungen der Erde so detailliert, wie keine andere Maschine es bislang kann. Die ersten Präzisionsmessungen mit ROMY hat eine Forschergruppe um Professor Heiner Igel (LMU) und Professor Ulrich Schreiber (TUM) nun im Fachmagazin Physical Review Letters veröffentlicht. Forscher nennen es den "Proof of Concept" und ROMY hat ihn mit Bravour bestanden. "Es ist das weltweit genaueste Instrument, um Bodenrotationen zu messen", sagt Igel, Professor für Seismologie an der LMU. Diese Bewegungen seien vor allem auch für das Entkoppeln hochpräziser Messeinrichtungen für Gravitationswellen von seismischem Rauschen von Bedeutung, also auch für die Grundlagenforschung.

Igel und Schreiber hatten im Rahmen eines ERC-Grants das ROMY-Konzept entwickelt. Dass der Ringlaser nun so gut funktioniert, begeistert die beiden. "Wir können sowohl die Orientierung der Rotationsachse der Erde im Raum messen sowie deren Drehrate beobachten", erklärt Igel. Der enorme Vorteil gegenüber der bislang gängigen Methode, der Langbasisinterferometrie (VLBI), einem auf einem weltweiten Netz von Radioteleskopen basierenden Verfahren, ist die schnelle Auswertung: ROMY liefert seine Informationen praktisch unverzüglich. Das bisherige Verfahren ist dagegen aufwendig und liefert Ergebnisse erst um Tage zeitverzögert. Die hochgenauen Ergebnisse von ROMY sollen künftigft die gängigen Auswertungsmethoden ergänzen und stellen zentrale Basiswerte für Geodäsie und Seismologie dar.

Schreiber ist Leiter der Gruppe "Optische Technolgien" am Geodätischen Observatorium in Wettzell und außerplanmäßiger Professor an der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie.

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